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Mit finanzieller Förderung zur eigenen Wallbox oder Ladestation

Von Christiane Manow-Le Ruyet | 24. Januar 2020
Mit finanzieller Förderung zur eigenen Wallbox oder Ladestation

Der Anteil elektrisch betriebener Autos nimmt in Deutschland immer mehr zu. Parallel wird die Ladesäulen-Infrastruktur ausgebaut. Unterwegs zu laden wird daher immer unkomplizierter. Besonders komfortabel ist es jedoch, zusätzlich zuhause über eine eigene Wallbox oder Ladestation zu verfügen. Dort ist nicht nur oft der Strom günstiger als unterwegs. Die Anschaffung von Wallboxen wird auch ordentlich bezuschusst. Erfahren Sie, wie und wo sich der Kauf einer Wallbox dank Förderung besonders lohnt.

Strom aus der heimischen Steckdose

Laden zu Hause funktioniert am besten mit einer eigenen Wallbox. Mit einer herkömmlichen Schuko-Steckdose brauchen Sie viel Geduld. Zudem muss die Haushaltsleitung für die hohe Ladelast ausgerichtet sein. Ist sie das nicht, springt die Sicherung heraus. Im schlimmsten Fall kommt es zum Kabelbrand. Laden an der Steckdose klappt aber auch nur dann, wenn der Anschluss, beispielsweise in einem Einfamilien- oder Reihenhaus, gut zugänglich ist, sich also in der Garage befindet. Handelsübliche Mehrzweck-Verlängerungskabel oder gar Kabeltrommeln sind allein aus Sicherheitsgründen absolut tabu.

In Mehrfamilienhäusern dagegen fällt diese Möglichkeit meistens aus. In der Regel gibt es in Gemeinschaftsgaragen keine öffentlich zugänglichen Steckdosen. Das heißt: Raus auf die Straße und einen Parkplatz mit Ladestation suchen.


Immerhin ist die Ladesäulen-Infrastruktur soweit ausgebaut, dass auch bei längeren Strecken das E-Auto Strom tanken kann. Doch keine Frage: Richtig angenehm wird es erst, wenn der elektrische Pkw zu Hause ans Stromnetz kann. Eine Wallbox muss her.

Was kostet eigentlich eine Wallbox?

Die Preise variieren. Sie hängen vom Anbieter ab, ebenso aber auch von der Leistung. Der Verkaufspreis für eine Wallbox liegt in etwa zwischen 500 und 3.000 Euro. Die Installation der Stromtankstelle für zu Hause ist aber nur etwas für Profis. Der Fachbetrieb oder Elektroinstallateur haftet dann aber auch für den fachgerechten Einbau.

Förderung für die Wallbox zuhause

Wer sich eine Wallbox für zuhause anschaffen will, kann mit finanzieller Unterstützung rechnen. Da die Höhe der Fördermittel Sache der Bundesländer, Städte und Energieversorger ist, fällt sie sehr unterschiedlich aus.

Privatperson oder Unternehmen? Nicht alle erhalten überall den gleichen Zuschuss. In manchen Bundesländern werden ausschließlich Unternehmen gefördert, in anderen auch Privatpersonen. Es lohnt sich, die Bestimmungen der Bundesländer und auch Angebote etwa lokaler Stadtwerke unter die Lupe zu nehmen. Denn auch diese fördern teilweise den Einbau von Wallboxen für Elektroautos. Auch die Kfw-Bank bietet Unterstützung an.

Wallboxen fürs Zuhause: Wer fördert was?

Bund

Die Förderung der Ladeinfrastruktur ist laut dem neuen Klimaschutzprogramm zwar vorgesehen. Bisher gibt es nur in erster Linie nur Gelder für Unternehmen. Was genau gefördert werden soll, wird in einem Masterplan noch vorgestellt.

Zumindest aber will die Bundesregierung auch Vermieter und Eigentümer dazu verpflichten, Wallboxen und andere Stromquellen für Elektroautos in Gebäuden zuzulassen. Dafür müssen aber zuerst das Wohneigentumsgesetz sowie das Mietrecht angepasst werden. In Mehrfamilienhäusern ist die Umsetzung bisher nicht leicht. Es braucht, bei wohlwollender Auslegung der Gesetzeslage, nämlich eine Zweidrittel-Mehrheit für die Zustimmung, bei enger Auslegung müssen alle Betroffenen dafür sein.

Bundesländer und Städte fördern Wallboxen unterschiedlich

Beim Blick auf die Förderprogramme für Ladestationen unterstützt ein Großteil der Bundesländer Unternehmen und Freiberufler. Privatpersonen werden bisher weitgehend vernachlässigt. Doch einige Bundesländer und Städte haben ihre Förderprogramme bereits erweitert.

Bayern

Bis 2020 sollen in Bayern 7.000 Ladestationen stehen. Um das umzusetzen und Anreize zu schaffen, können Privatpersonen ebenso wie Unternehmen am Förderprogramm für Ladeinfrastruktur teilnehmen. Doch die Ladestationen müssen öffentlich zugänglich sein.

Da das für Einfamilienhausbesitzer uninteressant ist, bezuschusst die Stadt München den Einbau von Ladestationen auch bei Privatleuten. Zu den Ladestationen zählen auch Wallboxen. Sie werden mit einem Zuschuss von bis zu 40 Prozent, maximal 3.000 Euro der Nettogesamtkosten, gefördert. Für Schnellladepunkte gibt die Stadt München maximal 10.000 Euro hinzu.

Voraussetzungen:

  • Ladestation oder Wallbox muss mit Ökostrom gespeist werden
  • Standort Stadtgebiet München
  • gefördert werden maximal 10 Ladestationen pro Antragsteller und Kalenderjahr

Baden-Württemberg, Hessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen

Privatleute, die in diesen Bundesländern eine nicht öffentlich zugängliche Wallbox installieren lassen wollen, sollten am besten Unternehmer sein. Denn nur diese kommen in den Genuss einer Förderung durch diese Bundesländer. Spezielle Unterstützungsprogramm für Privatleute gibt es dort nicht oder nur in bestimmten Städten.

Nordrhein-Westfalen

Glücklich ist, wer im Ruhrgebiet wohnt und E-Auto-Fahrer ist. Dort werden Privatleute wie Unternehmen bezuschusst, wenn sie eine eigene Wallbox installieren lassen wollen.

Progres.nrw heißt das Programm für regenerative Energien. https://www.energieagentur.nrw/foerderung/progres.nrw/foerderprogramme_elektromobilitaet#ts

Wer eine private Stromtankstelle einbauen lassen will, kann sich über eine Kostenunterstützung von bis zu maximal 1.000 Euro oder die Hälfte des Nettopreises freuen. Übrigens: NRW ist in Sachen Elektromobilität im Vergleich zu den übrigen Bundesländern ein echter Vorreiter. Hier werden sogar Elektrofahrzeuge im Leasingmodell bezuschusst. Eine Förderung von E-Autos ist bisher nur bei Neuwagen möglich.

Sachsen

Eine völlig andere Förderstrategie verfolgt das Bundesland Sachsen. Unterstützt wird, wer einen Stromspeicher mit E-Auto-Ladestation einbauen lassen will. Die alleinige Installation einer Wallbox wird nicht gefördert. Um die finanzielle Zuwendung zu erhalten, müssen die Ausgaben für Stromspeicher und Ladestation mindestens 1.400 Euro betragen. Der maximale Förderbetrag liegt bei 40.000 Euro. https://www.sab.sachsen.de/f%C3%B6rderprogramme/sie-m%C3%B6chten-ein-haus-bauen-kaufen-oder-modernisieren/stromspeicher-mit-ohne-ladestation.jsp#tab_program_examples

Rheinland-Pfalz

Immerhin Mainz macht als Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor, wie’s geht. Privatpersonen, die eine Wallbox einbauen lassen wollen, werden mit bis zu 400 Euro pro Gerät gefördert.

Wer fördert noch?

Gerade die Förderung von Wallboxen hat noch nicht alle Bundesländer durchdrungen. Das liegt vor allem daran, dass die EU-Gebäuderichtlinie in geltendes deutsches Recht umgesetzt werden muss. Bis Ende 2019 wird kein Vorschlag von der Regierung zu erwarten sein. Besonders frappierend: Im bisher vorliegenden Entwurf für das Gebäude-Energiegesetz des Bundeswirtschaftsministeriums fehlen Ladestationen. Laut EU ist der Einbau von Stromtankstellen bei Neubauten einer bestimmten Größe Pflicht.

Umso erfreulicher ist es, dass Privatleute trotzdem nicht leer ausgehen müssen. Viele Städte bieten ebenfalls Förderprogramme. Der ADAC hat versucht, dies in einer Förder-Übersicht zusammenzufassen. Hier sind jedoch nicht nur Wallboxen aufgeführt, sondern auch die Förderung für E-Autos.

Explizit bezuschussen den Einbau von Wallboxen Städte wie: Dachau, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Jena, Karlsruhe, Marburg, Merseburg, Neuwied, Nürnberg.

Kredit der Kfw-Bank

Das Programm mit dem schlichten Namen „Zuschuss 430“ sieht eine Förderung für Ladestationen und Wallboxen vor. Grundsätzlich geht es dabei um die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Deswegen muss auch ein Energieberater zu Rate gezogen werden, ob eine Förderung möglich ist. Allerdings: Der Einbau der Wallbox allein wird nicht gefördert, sondern nur im Rahmen einer Sanierung.

Fazit: Für private Wallboxen gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten

Wer sich privat eine Wallbox installieren lassen möchte, sollte sich über die Fördermöglichkeiten genau informieren. Dazu am besten bei den zuständigen Kommunen, Energieversorgern und Städten nachfragen. Mehr Infos über generelle Fördermöglichkeiten für Elektromobilität hat co2online zusammengestellt.

Christiane Manow-Le Ruyet

Christiane Manow-Le Ruyet ist Journalistin und Content-Expertin – immer neugierig und bereit Neues zu entdecken. Neben IT und E-Commerce schreibt sie über Mobility, Leben in der Zukunft und Start-ups. Wenn sie nicht schreibt, zeichnet sie und beschäftigt sich mit Visual Thinking. So macht sie Technologie nicht nur mit Worten verständlich.
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